Rosa Maria Assing (1783-1840) - Liebesgedichte

 

Rosa Maria Assing
(1783-1840)
 

Frühlingslied

O Frühlingszeit!
Wie machst du das Herze so groß und weit!
Wie regt sich Alles munter da drinnen,
Wie werden so wach und lebendig die Sinnen!
Es haben die süßen Gefühle nicht Raum,
Es wogt in dem Herzen und schwebt wie ein Traum.
O Frühlingszeit!
O Wunderzeit!

O Frühlingszeit!
Wie schmückst du die Erde weit und breit!
Den weißen Mantel schon weggehangen,
Kommt sie im grünen Kleide gegangen,
Und was sie hielt in dem Winterhaus,
Die Blumen, die spendet sie freundlich aus.
O Frühlingszeit!
O Blüthezeit!

O Frühlingszeit!
Wie mahnst du an die vergangne Zeit!
Es hatte mit dir in tausend Wonnen
Mein süßes Liebeleben begonnen;
Und still, in Erinnrung und Liebe versenkt,
Mein Herze des vorigen Frühlings gedenkt.
O Frühlingszeit!
O Liebeszeit!

O Frühlingszeit!
Wie schöner warst du damals, denn heut'.
Es können nicht Worte kund euch geben
Das zarte Frühlings- und Liebeleben.
Ich kann nicht beschreiben, wie in der Brust
Mir wogte damals ein Meer von Lust.
O Frühlingszeit!
O Wonnezeit!

O Frühlingszeit!
Ich grüße mit stiller Hoffnung dich heut'.
Denn was im Winter die Erde verloren,
Das sieht sie mit dir sich wiedergeboren,
So bringst du vielleicht mir auch Alles zurück:
Die Liebe, den Liebsten und Liebesglück!
O Frühlingszeit!
O Hoffnungszeit!
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von Rosa Maria Assing



Biographie:

http://de.wikipedia.org/wiki/Rosa_Maria_Assing


 

 


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