Helmina von Chézy (1783-1856)  - Liebesgedichte

Helmina von Chezy

 


Helmina von Chézy
(1783-1856)

 

Seelenklänge der Freundschaft

1.
Ich bin so reich in Deinem Angedenken,
Daß ich mich nimmer kann ganz einsam nennen,
Nur wenn ich mich kann ganz hinein versenken,
Dann gibt's für mich kein banges Herzenstrennen;
Will mir die Welt die eitlen Freuden schenken,
Ich fliehe sie, und mag sie nimmer kennen,
Welt, Seele, Herz und Himmel sind vereint,
Wo mir Dein Bild, ein süßer Stern, erscheint.


2.
Ich singe gern der Seele stille Klagen
Im sanften Lied, das Leid in Lust verklärt,
Ich härme gern mich in den trüben Tagen,
Wo nicht ein Strahl der Seele Trost gewährt,
Ich weine gern, weil Thränenwellen tragen
Lind hin das Weh, das tief am Herzen zehrt,
Kann ich um Dich mich härmen, weinen, singen,
Sind Schmerzen Flügel, die zu Dir mich schwingen.
_____

 

Himmel und Welle

Gestern war ich voller Schmerz,
Heut ist Alles süß und helle:
Wie der Himmel, so die Welle,
Wie mein Liebling, so mein Herz!
_____

 

Gedenke mein!

Ich kenn ein Blümelein,
Das hegt so lichten Schein,
Am Himmel stehts.
Tilgt allen Schmerz und Pein,
Heißet: Gedenke mein!
Und nie vergehts.

Uns soll dies Blümelein
Duftend und leuchtend seyn,
In Lebensnacht.
Findens im Frühlingshain,
Wieder beim Morgenschein,
Wann wir erwacht!
_____

 

Ein Seufzer

Sollt' ich dich missen,
Dich nicht mehr sehn,
Bald wär's um alle
Freude geschehn.
Wo Du nur bist,
Da ist mein Leben,
An deiner Brust,
All meine Lust! -
Laß mich in Thränen,
Bangen und beben,
Alles ist seelig,
Sterben ist seelig
An deiner Brust!
_____


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von Helmina von Chézy


Biographie:

http://de.wikipedia.org/wiki/Helmina_von_Chezy


 

 


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