
(c) Angelina Ströbel
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Pol de Mont
(1857-1931)
Sklavin der Liebe
"Du bist mein süßer Herr, mein König,
Befiehl und herrsche!" rief sie frei:
"Schau mir in's Aug', sein Schimmer sagt Dir,
Daß ich in Deinen Diensten sei.
Laß mich Dir dienen, Dir gehorchen
Mit Leib und Seel', - des Herzens Glut
In Dich ergießen! Dich bezaubern
Als Sklavin, die zu Füßen ruht."
Da rasch den holden Leib umschlungen
Schloß ich in meinen Arm Dich fest,
Mein Mund, er hing an Deinem Munde, ...
Und Brust an Brust war'n wir gepreßt.
Und als die Seele schweigend, bebend
Entkörpert schien vereint mit Dir, ...
Da drang, den engen Busen brechend,
Ein Seufzer aus dem Herzen mir.
"Du süßeste, Du holde Wonne,
Mein Reich, mein Adel, Sklavin Du!
Dir sprech' ich das Gesetz der Treue,
Als Sklaverei die Lieb' Dir zu."
(Übersetzt von Taco de Beer)
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