Alfons Petzold (1882-1923) - Liebesgedichte

Alfons Petzold

 

Alfons Petzold
(1882-1923)

 

Der ewige Becher

Deine Liebe ist ein Becher,
gefüllt mit edlem Wein.
Ich will der ewig trunkne Zecher
sein.

Ich trinke alle Nächte, alle Tage
und halte einsam fröhliche Gelage,
mein Mundschenk ist die Sehnsucht tief in mir
nach dir!
_____

 

O so Lipp' an Lippe hängen dürfen
eine lange schöne Ewigkeit,
aus des ander'n Atem Süße schlürfen
für die Bitternis der argen Zeit.

Nichts mehr reden, sondern nur noch lauschen,
wie des ander'n Herzschlag schneller geht -
und in allen Gliedern dieses Rauschen,
das Gesang ist und zugleich Gebet.
_____
 


Siehe, Geliebte

Siehe, Geliebte, aus meinem Gesicht
leuchtet dein Licht,

in meinen wirkenden Händen schafft
deine Kraft,

was meine Seele an Wundern lebt,
aus dir sich hebt,

und nur mein Herz
mit dem Jubel darin
ist Erz von Erz,
aus dem ich bin!
_____

 

Liebeslied

So schön wie du ist die Birke nicht,
aber sie hat doch dein Gesicht,

wenn sie nachts aus dem Dunkel schaut,
ganz von Liebe und Licht betaut.

O wäre ich ein Vogel, in ihrem grünen Haar
würde ich singen die tausend Jahr.
_____

 

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von Alfons Petzold



Biographie:

http://de.wikipedia.org/wiki/Alfons_Petzold

 

 

 


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