|
 Franz
Marc (1880-1916) - Liebespaar
|
Lobgesang
Wie
das Meer ist die
Liebe: unerschöpflich, unergründlich, unermeßlich: Woge
zu Woge stürzend gehoben, Woge um Woge wachsend
verschlungen, sturm- und wetter-geberdig nun, sonneselig
nun, willig nun dem Mond die unaufhaltsame Fläche
- doch in der Tiefe stetes Walten ewiger
Ruhe, ungestört, undurchdringbar dem irdischen
Blick, starr verdämmernd in gläsernes Dunkel - und
in der Weite stetes Wirken ewiger
Regung, ungestillt, unentwirrbar dem irdischen Blick, wild
verschwimmend im Licht der Lüfte: Aufrausch der
Unendlichkeit ist das Meer ist die Liebe.
Richard
Dehmel (1863-1920)

|